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Heiligabend im Haus Stephanus

2020 war geprägt von Entbehrungen, Enttäuschungen und Schicksalsschlägen. Das Corona-Virus krempelte den gewohnten Alltag komplett um und zeigte, wie zerbrechlich unser Leben sein kann. Doch nicht alles war schlecht: Gerade in Krisenzeiten stehen viele Menschen zusammen, helfen sich gegenseitig und versuchen das Beste aus der Situation zu machen. Auch im Haus Stephanus taten und tun die Mitarbeitenden alles, um den Bewohnerinnen und Bewohnern so gut es geht, ein normales Leben zu bescheren. Aufopferungsvoll, leidenschaftlich, oft am Ende der eigenen Kräfte.

Große Veranstaltungen entfielen, traditionelle Feiern wurden abgesagt. Und dennoch gab es Highlights, gab es Zusammenkünfte, damit niemand alleine sein musste. Musikalische Auftritte fanden nicht im Gesellschaftssaal statt, sondern unter freiem Himmel. Das traditionelle Grillfest wurde kurzerhand in die Gemeinschaftsräume der einzelnen Etagen verlegt. Geburtstage wurden im kleinen Rahmen gefeiert. Es wurde Abstand gehalten und trotzdem waren in solchen Momenten alle ganz nah beieinander.

Selbiges galt auch für Heiligabend. Um mögliche Ansteckungen zu vermeiden, wurde auf eine große Feier verzichtet. Und dennoch feierten die Bewohnerinnen und Bewohner gemeinsam das wichtige Ereignis der Christen. Die Flure, Gemeinschaftsräume, Tische, Schränke oder Fenster auf jeder Etage waren festliche dekoriert. Bunt geschmückte Weihnachtsbäume erfreuten das Auge. Der Duft von Gebäck lag in der Luft. Ortsansässige Bäckereien sorgten für stetigen Nachschub und auch die Bewohnerinnen und Bewohner selber backten vor der zweiten Corona-Welle Plätzchen, die an diesem besonderen Abend verspeist wurden.

Ein ganz besonderes Erlebnis war der Auftritt des Ehepaares Pletner. Auf Keyboard und Geige (siehe Video) spielten sie klassische Lieder und Weihnachtsklassiker und sorgten so für eine besinnliche Atmosphäre. Das musikalische Duo zeigte sein Können auf jeder Etage des Hauses und im historischen Ambiente der Nachbildung des Alsfelder Marktplatzes im Erdgeschoss. Damit alle etwas davon hatten, öffneten die Hausmeister jede Zimmertür. Dass dies gut ankam, hörte man am lauten Klatschen, welches aus den Zimmern drang.
„Ja, es war ein schwieriges Jahr für uns. Und ja, unser Heiligabend war nicht wie immer. Und trotzdem sehe ich nicht nur das Schlechte. Ich bin dankbar zu sehen, wie mein Team zusammengehalten hat, wie unsere Bewohnerinnen und Bewohner trotz widriger Umstände zu uns gestanden haben. Ich bin dankbar für die vielen kleinen Sachen, die passiert sind. Und sei es nur ein aufmunterndes Wort. Gerade in der Weihnachtszeit rücken alle zusammen und genau das haben wir hier im Haus Stephanus gemacht, trotz Distanz“, so Einrichtungsleiterin Marion Brömer.