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Gedenkreis mit Trauerkaffee findet erstmals im Haus Stephanus statt:

Der Tod gehört unweigerlich zum Leben dazu und dennoch spricht man nicht darüber, verdrängt diese Tatsache. Wie mit etwas umgehen, über das man nicht spricht? Wie etwas verarbeiten, dass einem Angst macht und man nicht in klare Worte fassen kann? Jede oder jeder trauert über den Verlust eines geliebten Menschen anders. Jede oder jeder geht mit der Erkenntnis der eigenen Sterblichkeit anders um. Oft im Stillen, mit sich selbst, alleine. Das Bedürfnis, über all diese Gefühle zu sprechen, ist da. Der Wunsch, die Trauer und die Angst vor dem Unbekannten mit anderen zu teilen, ist bei vielen Menschen vorhanden, doch fehlt es an Umsetzungsmöglichkeiten, an Angeboten. Im Haus Stephanus hat man sich dieser Thematik angenommen. Nicht nur wegen der Corona-Pandemie, die vielen Menschen das Leben gekostet hat, sondern weil der Tod und die Trauer eben unweigerlich zum Leben gehören und es sich lohnt, darüber zu sprechen. Doch wie könnte solch ein Angebot aussehen?

Im Haus Stephanus hat man sich für einen Gedenkkreis entschieden, der Anfang Februar das erste Mal stattfand. Coronabedingt in zwei Gruppen aufgeteilt, trafen sich die Bewohnerinnen und Bewohner im Goethe Café oder am Marktplatz in einem geschlossenen Kreis, um über kürzlich, aber auch länger Verstorbene zu sprechen, sich an sie zu erinnern und gemeinsam um sie zu trauern. Professionelle Begleitung erhielten sie dabei von Pfarrer Horst Nold. Er spendete Trost, las aus der Bibel vor, betete gemeinsam mit den Anwesenden und zeigte mit viel Verständnis und Einfühlsamkeit Wege aus den trüben Gedanken auf, ohne dies zu erzwingen. So entstand eine richtige Trauergemeinschaft, die sich gegenseitig stützt und gleichzeitig die Verstorbenen in Ehren hält.

Auch für Pfarrer Nold war der Gedenkkreis eine Erfahrung, die er zuvor nicht gemacht hatte. Er ist in vielen anderen Alten- und Pflegeheimen zugegen, doch solch ein Angebot habe er noch nirgendwo anders gesehen. „Mit dem Gedenkkreis erweitern wir unser seelsorgerisches Angebot, das die Bewohnerinnen und Bewohner bei Bedarf nutzen können“, so Brömer.

Foto:

  1. Pfarrer Horst Nold spendet im Gedenkkreis Trost.