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Hardtmühle 2018

Biografiearbeit mal ganz anders

Lebensfreude und schöne Erinnerungen an frühere Zeiten beim Ausflug zur Hardtmühle nach Eifa


EIFA (red) Essen ist ein Stück Lebensfreude – erst Recht, wenn hinter der Gastwirtschaft eine lange Tradition steckt, die bis weit hinein in die eigene Kindheit reicht. So ist der Bekanntheitsgrad des Gasthauses „Zur Hardtmühle“ – gelegen in einer malerischen, waldreichen Umgebung – enorm. Das Gasthaus ist nicht nur für Rad- und Motorradfahrer ein beliebtes Ausflugsziel. Zu den Stammgästen zählen auch die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses Stephanus. Die meisten von ihnen saßen schon mal beim gemütlichen Hähnchenessen im großzügigen Wintergarten, Saal oder in dem einladenden Biergarten, der bis zu 80 Personen Platz bietet. Familie Meinecke ist es gewohnt, aufgrund der hohen Nachfrage mit Vorbestellungen zu arbeiten. „Eigentlich hatten wir unseren Ausflug für den 15. Juni geplant. Doch da wir an diesem Tag keinen Platz mehr bekommen hatten, waren wir froh, dass wir am 13. Juni noch ein paar Plätze für das Haus Stephanus ergattern konnten“, blickt Minh Luis kurz auf die Vorgeschichte des jüngsten Ausfluges zur Hardtmühle zurück. „Unser Ausflug war schon vier Wochen vorher restlos ausgebucht. Für künftige Ausflüge empfiehlt sich deshalb in jedem Fall eine rechtzeitige Anmeldung. Spontane Wünsche am Tag des Ausfluges können in der Regel nicht erfüllt werden, da die Hardtmühle wie gesagt mit einem Reservierungssystem arbeitet – frei werdende Plätze sind weder vorhersehbar geschweige denn planbar“, beschreibt die Ergotherapeutin und Koordinatorin der zusätzlichen Betreuung die Sachlage.

Den zehn Ausflüglern des Hauses Stephanus – drei von ihnen wurden mit Rollstuhl zur Hardtmühle chauffiert – merkte man die Freude, mal wieder aus dem gewohnten Alltag herauszukommen, deutlich an. Dass Reisen bildet, wusste schließlich schon der alte Goethe. Dass gutes Essen neben dem reinen Genuss im Alter noch eine andere Funktion hat, spürte man sehr rasch. Nachdem die Gäste des Hauses Stephanus gewählt hatten, ob es Hähnchen mit Pommes, Toast Hawaii, Schnitzel mit Jägersoße oder ein gesunder Salat sein darf, schwelgten die Seniorinnen und Senioren bald in Erinnerungen an goldene Zeiten ihrer Jugend. Sie erinnerten sich an Ausflüge mit Freunden und der Verwandtschaft, daran, anlässlich von runden Geburtstagen oder anderen Familienfeiern zur Hardtmühle gewandert zu sein und hier das Leben nach dem Motto „So jung wie heute kommen wir nie wieder zusammen“ in vollen Zügen genossen zu haben – bei Wein, Bier, leckerem Essen und tollen Gesprächen. „Solche Ausflüge sind deshalb immer auch eine Art Biografiearbeit, sie bieten in einer vertrauten Umgebung viele Ansätze, sich an ganz bestimmte Dinge zu erinnern und diesen daher auch der Gedächtnisaktivierung und Alltagsorientierung“, schildert Therapeutin Minh Luis den positiven Effekt. Die direkte Begegnung mit Menschen und Orten, die man schon seit seiner Jugend kennt, sei allemal besser und lebendiger, als den klassischen Fragebogen zu bemühen. „Auch diesmal war das wieder eine so schöne Runde, dass man gar nicht merkte, wie schnell doch die Zeit verging. Jeder in der Runde erzählte etwas Spannendes oder Lustiges“, so die Therapeutin. Gelacht wurde auch. Ja, ja, unvergessen sind die Zeiten, in denen es noch keine so modernen Sanitäranlagen, sondern noch das berühmte Plumpsklo gab …

Irgendwann – eine gute halbe Stunde seit der Essenbestellung war vergangen – meldete sich dann bei dem ein oder anderen in der Runde aber doch der hungrige Magen. „Wollen wir mal auf den Tisch klopfen und singen ‚Ich habe Hunger …‘“, schlug Minh Luis kurzerhand vor. Aber das war dann doch gar nicht notwendig, weil alsbald das frisch zubereitete, lecker duftende Essen serviert wurde. „Hmmh, das ist wieder mal lecker“ oder „Hierher kommen wir in jedem Fall bald mal wieder“ hörte man begeisterte Sätze des Lobes. Gut vier Stunden hatte der Ausflug gedauert – einmal mehr empfanden alle Mitgereisten jede Minute als kostbar. Sie bedankten sich bei den Betreuungskräften mit den Worten, dass das nicht nur ein Mittagessen, sondern wieder mal eine wunderbare Reise war. „Von unserer Seite bleibt auch nur zu konstatieren, dass mal wieder alles bestens geklappt hat, und wir uns alle schon auf das nächste Kapitel Hardtmühle freuen“, resümiert Minh Luis.

 
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